Presseinformation

11.06.2018

Informationen zur Einschläferung eines Rehkitzes

Zu der Tötung eines Rehs durch die Amtsveterinärin der Stadt Brandenburg an der Havel erreichten uns vielfach gleichlautende Fragen, die wir hiermit gerne beantworten wollen:

Warum wurde das Rehkitz getötet?

Unsere Tierärztin fand das Rehkitz zum Zeitpunkt der Untersuchung in einem klinisch schlechten Zustand. Es zeigte hochgradige Stresssymptomatik (abdominale Atmung, stark erhöhte Atemfrequenz), Teilnahmslosigkeit, Schwäche und Dehydratation.

Da das Tier deutliche Symptome des Leidens zeigte und die Versorgung des Tieres nicht gesichert war, ebenso ein Weiterleben mit länger anhaltenden Leiden verbunden sein würde, wurde durch die Amtstierärztin die Entscheidung getroffen, das Tier tierschutzgerecht und schmerzfrei  einzuschläfern.

Was sagt der Tierschutzgedanke des Tierschutzgesetzes?

Die Entscheidung vor Ort hat unsere Amtstierärztin aufgrund der vorliegenden kritischen Befunde und des Zustandes des Tieres getroffen. Diese Entscheidung richtet sich ethisch nach dem Tierwohl im Sinne des Tierschutzgedankens im Tierschutzgesetz.

Welche Funktion hat die Wildtierstation des Krugparks?

Die Wildtierstation des städtischen Umweltzentrums Krugpark ist als kommunale Einrichtung eine von der oberen Jagdbehörde des Landes Brandenburg (Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft) anerkannte und genehmigte Wildtierpflegestation ist.

Die Aufgabe und Genehmigung besteht in der Pflege von kleineren Wildtieren z.B. Igeln, Fledermäusen, Buntspechten.

Zu den dort gepflegten Wildtieren gehört jedoch nicht das jagdbare Wild, wie z.B. Rehe und auch keine Haus- oder Nutztiere. Die Pflege und Aufzucht von Jagdwild kann von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht geleistet werden.

Für jagdbares Wild ist der Jagdpächter in seinem jeweiligen Revier zuständig. Es ist daher unverzüglich der Jagdpächter zu verständigen.

Gab es Vermittlungsmöglichkeiten?

Im Fall des am Freitag 08.06.2018 im Naturschutzzentrum abgegebenen Rehkitzes konnte der zuständige Jagdpächter für den Bereich Bohnenländer See (dazu gehört Hohenstücken) von den Mitarbeitern des Krugparks nicht zeitnah erreicht werden, auch weitere Vermittlungs- und Unterbringungsversuche an Dritte durch die Mitarbeiter des Krugparks blieben leider erfolglos.

Daher blieb den Mitarbeitern des Naturschutzzentrums nur die Möglichkeit, die Tierärztin des Veterinäramtes zu verständigen, die es vor Ort untersucht und aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes eingeschläfert hat.

Derzeit werden von den 2 Tierpflegern des Krugparks rund 40 verletzte oder geschwächte Tiere aller Art (Vögel, Igel, Enten, Frettchen, Meerschweinchen, Fledermäuse) im Naturschutzzentrum betreut. Die Tiere müssen 7 Tage die Woche tlw. 24 Stunden betreut werden.